Das Batthyány-Schloss

Auf die ehemalige Festung auf der Stelle des Batthyány-Schlosses wird erstmal in einer Urkunde aus 1299 hingewiesen. In den Zeiten der Türkenherrschaft war sie heftigen Angriffen ausgesetzt, darauf weist hin, dass sie während 80 Jahre fünfmal verstärkt wurde.
Mehr als 200 Jahre lang gehörte die Festung der Familie Hagymásy, erst nach ihrem Aussterben im Jahre 1663 - kam sie in die Hände der Familie Batthyány. Nach der Vertreibung der Türken verlor die Festung an ihrer Bedeutung, und ging allmählich zugrunde. 1767 ließ Emmerich Batthyány die auch Plündrereien erlebte Festung abbauen und auf ihrer Stelle das heutige Schloss aufbauen. Die Hauptfassade des U-förmigen Ziegelbaus im Zopfstil geht mit dem Fluss Zala parallel, am Ende der Flügel steht je ein halbkreisförmiger Turm. Unter dem nördlichen Flügel des einstöckigen Gebäudes gibt es einen Keller, im Geschoss sind die ehemaligen Wohnzimmer zu finden, und hier in der Mitte befindet sich der auf Westen gehende Prunksaal. In den Zimmern des Untergeschosses wurde die Dienerschaft untergebracht.

Die Familie Batthyány versah das Schloss mit Türen im Renaissancestil und richtete es mit Möbeln im gleichen Stil ein. Die Mehrheit der Möbel ist noch heute im Schloss zu finden.

Auf der östlichen Fassade des Schlosses ist die folgende lateinische Aufschrift zu lesen:

SIC eX annosIS sVrgVnt noVa teCta rVInIs haeC sI non pLaCent, faC Meliora, LICet

Auf Deutsch: So erheben sich die alten Ruinen zu schönen Gebäuden, wenn dir das neue nicht gefällt, stell etwas anderes auf seine Stelle

Die großen Buchstaben markieren römische Ziffern MCCCCCCLLLXIIIIIII -, deren Wert weist auf die Jahreszahl des Baus des Schlosses hin.

Die letzten Besitzer des Schlosses waren die Károlyis, die das Wappen mit der Krone auf der westlichen Fassade des Gebäudes versetzten. Auf dem Wappen ist folgende lateinische Aufschrift zu lesen:

FID ET VIRTUTE QVERE

Auf Deutsch: Du sollst mit Glauben und Hoffnung Ruhm erwerben.

Nach dem Krieg, am 21-sten März 1947 kam das Schloss in die Verwaltung des Ministeriums für Religion und Bildungswesen, das danach als Grundschule funktionierte. 1950 wurden Grundschule, Kindergarten und Schülerheim für behinderte Kinder gegründet, ihre Bewohner sind noch heute behinderte Kinder. Mit der Erneuerung des Schlosses wurde 1984 begonnen, die Arbeiten nahmen vier Jahre in Anspruch. Zur Zeit ist die Komitatsverwaltung sein Unterhalter.